Rückblick auf das Lehrprojekt „VO Klimarecht im intra- und interdisziplinären Dialog“

 

Zielsetzung

Die Dringlichkeit der Klimakrise stellt das Recht auf die Probe und verlangt die Beantwortung der folgenden Fragestellung: Wie können bestehende und neu entwickelte rechtliche Instrumente eingesetzt und ausgeprägt werden, um die komplexen Herausforderungen der Klimakrise zu meistern? Die nächste Generation von Jurist*innen wird sich dieser Frage widmen müssen und dabei verstärkt auf interdisziplinäre Zusammenarbeit angewiesen sein.

Mit Unterstützung der rechtswissenschaftlichen Fakultät sowie des Vizerektorats für Lehre wurde im Wintersemester 2024/25 eine neue Lehrveranstaltung zur Rolle der Rechtswissenschaft in der nachhaltigen Transformation angeboten. Die Vorlesung „Klimarecht im intra- und interdisziplinären Dialog“ bot Studierenden die Gelegenheit, über die Potenziale, Grenzen und Synergien der verschiedenen juristischen Disziplinen bei der Bewältigung der Klimakrise zu reflektieren. 

Die rechtswissenschaftlichen Perspektiven wurden mit Einblicken in die Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften umrahmt und der interdisziplinäre Dialog durch die Einbindung von Studierenden verschiedener Fachrichtungen direkt in der Lehrveranstaltung ermöglicht.

Diese Förderung des intra- sowie interdisziplinären Austauschs zu Fragen des Klimarechts (ZIELSETZUNG 1) wurde begleitet von einer Steigerung der Problemlösungskompetenzen der Studierenden ergänzt um die Einführung eines digital geleiteten Peer-to-Peer Feedbackkonzepts  (ZIELSETZUNG 2) unter digital unterstützter Sicherung eines laufenden Austauschs über den Lernfortschritt zur Sicherung einer durchgehenden Lernmotivation und Aktivierung (ZIELSETZUNG 3).

In elf Vorlesungseinheiten stellten Forscher*innen der Universität Wien sowie Gastvortragende aus dem In- und Ausland die vielfältigen Aspekte des Themas vor. Die einzelnen Vorträge im Überblick:

     

  • Dr. Lukas Brunner, Universität Hamburg (11. 10. 2024): „Naturwissenschaftliche Grundlagen der Klimakrise“
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  • Prof. Dr. Frank Adloff, Universität Hamburg (18. 10. 2024): „Rechte der Natur. Auf dem Weg zu einer neuen Symmetrie zwischen Natur und Gesellschaft?“
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  • Univ.-Ass. Dipl.-Jur. Cansu Cinar, Universität Wien (25. 10. 2024): „Klimarecht und Menschenrechte im regionalen Kontext: Das Recht auf eine gesunde Umwelt in Lateinamerika“
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  • Univ.-Prof. Dr. Dragana Damjanovic, LL.M., Technische Universität Wien (8. 11. 2024): „Klimaschutz durch Öffentliches Recht“
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  • Univ.-Prof. Dr. Michael Waibel, LL.M, Universität Wien (15. 11. 2024): „Klimaschutz: Eine Aufgabe des Völkerrechts?“
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  • Dr. Nina Schrott, Ludwig-Maximilians-Universität München (22. 11. 2024): „Klimaschutz durch Strafrecht? Unter besonderer Berücksichtigung der EU-„Ökozid-Richtlinie“
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  • Ass.-Prof. Dr. Stephanie Nitsch, Universität Wien (29. 11. 2024): „Klimaschutz durch Privatrecht, Einführung und Fokus: Lieferkette“
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  • Theresa Hößl, Universität Heidelberg (29. 11. 2024): „Klimaschutz durch Privatrecht?“ (Fokus: Haftungsrecht)
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  • Prof. Dr. Beate Gsell, Ludwig-Maximilians-Universität München (6. 12. 2024): „Klimaschutz / Nachhaltigkeit. Die Rolle Privater und des Privatrechts“ (Fokus: Lauterkeitsrecht)
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  • Ass.-Prof. Dr. Valentina Ausserladscheider, Universität Wien (13. 12. 2024): „Klimavulnerabilität und Wintertourismus in Österreich“
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  • Univ.-Prof. Dr. Kerstin Krellenberg, Universität Wien, Dr. Sophie Illedits-Heger, LL.M., Winkler Reich-Rohrwig Illedits Wieger Rechtsanwälte Partnerschaft, Ass.-Prof. Dr. Rafaela Schinegger, Universität für Bodenkultur, Wien (10. 1. 2025): „Urbane Klimatransformation inkl Fragen der Renaturierung und des Wohn- und Immobilienrechts“
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  • Dr. Antje Daniel, Ass.-Prof. Dr. Nils Güttler, Univ.-Ass. Mag. Jakob Hajszan, Ass.-Prof. Dr. Stephanie Nitsch, Universität Wien (17. 1. 2025): „Umweltbewegung- und Klimaaktivismus“
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Wir bedanken uns herzlich bei allen Vortragenden für ihre spannenden Beiträge und eingebrachte Expertise sowie bei den Teilnehmer*innen, die durch ihr Engagement und lebhafte Diskussionen zum Gelingen der Ringvorlesung beigetragen haben.

 

Peer-to-Peer Feedback

Zur Vorbereitung auf die Abschlussprüfung wurde den Studierenden die Möglichkeit geboten, sich durch das Verfassen eines Kurztextes mit einem in der Vorlesung behandelten Thema vertiefend auseinanderzusetzen. Im Anschluss bekamen die Studierenden Feedback zu ihrem Text. Wir freuen uns, dass einige Studierende von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht und am Peer-to-Peer Feedback teilgenommen haben.

Die Studierenden haben sich in ihren Texten inhaltlich sowohl de lege lata als auch de lege ferenda mit den jeweiligen (Rechts-)Gebieten auseinandergesetzt, deren Grenzen aufgezeigt und den Beitrag ihrer eigenen Studienrichtung zum Klimaschutz reflektiert.

 

Online Self-Assessment

Als begleitende Maßnahme zur Lehrveranstaltung wurden im Anschluss an die Einheiten auf der Online-Lernplattform Verständnis- und Wiederholungsfragen zur Verfügung gestellt. Damit konnten die Studierenden ihr Verständnis zu einer ihnen willkommenen Zeit überprüfen und das erworbene Wissen verankern.

 

 

LV-Leitung 

Ass.-Prof. Dr. Stephanie Nitsch (stephanie.nitsch@univie.ac.at)

 

Tutor*innen

  • Leokadia Grolmus, BA
  • Jasmin Lang, BA 
  • Albert Pranger, BEd